15. July 2026
Wie BigFM mich als Newcomer abservierte

Wie BigFM mich als Newcomer abservierte

15.07.2026 4 min 117

KI ohne Beweis, ohne Chance: Wie BigFM mich als Newcomer abservierte – und was das über unsere Branche sagt!


Im Februar die große Hoffnung. Im Juni die kalte Absage an meinem Geburtstag. Dazwischen: Schweigen, Ignoranz und eine Anschuldigung ohne jeden Beweis.


Im Februar 2026 erreichte mich eine Nachricht, die mich wirklich elektrisiert hat. BigFM wollte mich als Newcomer mit einem meiner Songs in ihrer Newcomer-Show vorstellen. Endlich diese Chance. Endlich die Möglichkeit, dass meine Musik in einem relevanten Rahmen gespielt wird. Ich war dankbar, motiviert und sofort bereit, alles zu geben.

Ich habe alle geforderten Daten geliefert. Ich habe O-Töne produziert – genau so, wie sie es wollten. Ich habe ein Video gemacht. Stunden und Tage voller Arbeit, Herzblut und Hoffnung. Nicht weil ich musste, sondern weil ich diese Chance wollte. Weil ich geglaubt habe, dass hier echte Förderung von Newcomern passiert.

Dann kam… nichts.

Wochenlang Stille. Im Mai habe ich nachgefragt. Keine Antwort. Im Juni nochmal. Und nochmal. Das Schweigen war nicht einfach nur unhöflich – es war demütigend. Man fühlt sich wie ein Bittsteller, der um eine Rückmeldung bettelt, während auf der anderen Seite einfach der Delete-Button gedrückt wird.

Und dann, an meinem Geburtstag, kam die Mail.

Kurz. Kalt. Endgültig. Ihr System habe „festgestellt“, dass Medien mit KI verarbeitet worden seien. Welche Medien genau? Keine Angabe. Welche KI? Kein Hinweis. Beweise? Fehlanzeige. Kein Gespräch, keine Möglichkeit, Stellung zu nehmen, nichts. Einfach: Du bist raus.

An meinem Geburtstag. Statt Glückwünschen eine Anschuldigung. Statt Vorfreude eine Tür, die vor der Nase zugeschlagen wird. Ohne Beweis. Ohne Erklärung. Ohne Respekt.

2026 – das Jahr, in dem man Künstler mit einem Algorithmus abservieren kann

Wir sind im Jahr 2026. KI steckt in fast jedem verdammten Tool, das wir als Musikschaffende nutzen. In den DAWs, in Plugins, in Online-Mastering-Diensten, bei der Cover-Erstellung, beim Stem-Splitting, beim Mixing-Assistenten. Manche Funktionen kann man deaktivieren. Viele nicht. Und selbst wenn man sie nicht aktiv nutzt – das System „sieht“ sie oft trotzdem.

Ich selbst arbeite ohne KI-generierte Vocals, ohne KI-Melodien, ohne KI-Arrangements. Meine Musik entsteht aus mir, aus meinen Emotionen, aus realen Instrumenten und aus bewusster Produktion. Aber das spielt keine Rolle mehr. Eine vage Systemmeldung reicht aus, um einen Künstler zu diskreditieren und aus einer Sendung zu werfen.

Und währenddessen feiern große Player wie Pro7 komplett KI-produzierte Songs als Innovation. Sie laufen, sie werden gepusht, sie werden vermarktet. Hauptsache, es kommt von der „richtigen“ Seite und wird gut verkauft. Bei einem unabhängigen Newcomer wie mir reicht schon der Verdacht – und alles ist weg.

Das ist keine faire Debatte über KI. Das ist Doppelmoral pur. Das ist Gatekeeping mit Algorithmus. Das ist: „Wir entscheiden willkürlich, wer darf – und wer nicht.“

Was das wirklich bedeutet

Es geht hier nicht nur um mich. Es geht um alle Newcomer, alle unabhängigen Künstler, alle, die ohne großes Label, ohne PR-Maschine und ohne dickes Budget ihre Musik machen. Die mit Leidenschaft arbeiten, Tools nutzen, die nun mal KI enthalten – weil man sich dem kaum noch entziehen kann.

Und dann kommt eine Mail wie diese und sagt dir im Grunde: Deine Arbeit zählt nicht. Deine Bemühungen zählen nicht. Deine ehrliche Nachfrage zählt nicht. Ein Algorithmus hat gesprochen – und damit basta.

Das zerstört nicht nur eine Chance. Das zerstört Vertrauen. In Sender, in „Newcomer-Förderung“, in die Branche insgesamt. Wenn man schon nicht fair bewertet wird, dann bitte wenigstens transparent. Mit Beweisen. Mit der Möglichkeit, sich zu äußern. Mit einem Mindestmaß an Menschlichkeit.

Stattdessen bekommen wir Willkür im Namen der Technik.

Meine Frage an euch

Ich bin frustriert. Ich bin enttäuscht. Und ich bin wütend – nicht weil ich „rausgeflogen“ bin, sondern weil es so einfach, so bequem und so verantwortungslos geht.

Habt ihr schon ähnliche Erfahrungen gemacht? Mit Sendern, Plattformen, Labels oder Streaming-Diensten, die mit „KI“ oder „Systementscheidungen“ argumentieren, ohne Belege zu liefern?

Glaubt ihr, dass das der neue Standard wird – dass Künstler sich ständig gegen unsichtbare, unbeweisbare Anschuldigungen wehren müssen?

Oder sollte es klare Regeln geben: Wenn jemand KI-Detektion verwendet, dann muss es transparent sein, nachvollziehbar und mit der Möglichkeit zur Gegendarstellung?

Ich würde mich wirklich über ehrliche Kommentare freuen. Auch kritische. Gerade die. Weil Schweigen genau das ist, was in diesem Fall schon zu lange passiert ist.

Teilt diesen Artikel gerne, wenn er euch auch beschäftigt. Die Debatte über KI in der Musikindustrie muss geführt werden – aber bitte nicht so. Nicht mit versteckten Systemmeldungen und ohne jede Verantwortung.

Danke, dass ihr das hier lest. Danke an alle, die meine Musik trotzdem hören und unterstützen. Und danke an alle, die sich trauen, ihre Stimme zu erheben, wenn so etwas passiert.

Die Musik geht weiter. Auch wenn manche Systeme versuchen, uns klein zu halten!

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